Zusammenarbeit und Vernetzung gestalten // Wedding-Schule

Transparenz und Kommunikation als Schlüssel gelingender Zusammenarbeit 

Transparenz und Kommunikation sind die Schlüsselwörter der Zusammenarbeit an der Wedding Schule in Berlin. Alle Professionen sollen sich verantwortlich fühlen – und dabei sollen die Mitarbeitenden durch feste und verlässliche Strukturen und Prozesse in der Schule unterstützt werden. 

Neue Autorität als Leitbild 

Das Grundkonzept des Miteinanders baut dabei auf dem Modell der Neuen Autorität auf.  

Probleme sollen offen benannt werden können– ohne dies als Scheitern zu werten. Für die Fallbearbeitung werden jeweils alle Kompetenzen der im Ganztag beteiligten Professionen genutzt.  

Verantwortung übernehmen durch flache Hierarchien  

Lehrkräfte gehen zur Beratung zur koordinierenden Fachkraft, Erzieher*innen tauschen sich aus mit Schulleitung – unabhängig von den konkreten Zuständigkeiten. 

"Wer in dem Moment hilft, macht es gut, egal wer.“

Auch wenn einzelne Entscheidungen von der Schulleitung getroffen werden müssen, sollen sich die Mitarbeitenden an der Schule verantwortlich füreinander fühlen und handeln können. 

Entlastung durch Offenheit und Zusammenarbeit 

Die Mitarbeitenden an der Schule erleben die Offenheit in der Kommunikation als Entlastung: 

"Es ist möglich, dass man mit einem Kind Schwierigkeiten hat ohne ein Gefühl der Beschämung zu erleben und unabhängig von der Profession.“ 

Dieses Erleben von Entlastung wirkt sich auf die Teilnahme an Teamsitzungen aus. Alle Prozesse an der Schule werden in Teams geführt. Die Beteiligung an den Teamsitzungen wird dabei von den unterschiedlichen Professionen aktiv eingefordert. Für die Verwendung bestimmter Stundenkontingente für Team- und Beratungszeiten gibt es immer einen Beschluss der Gesamtkonferenz. Die Verteilung der Stunden soll dadurch für alle transparent gestaltet werden. 

Leitungshandeln neu denken 

Eine Top-Down Steuerung kann aus Sicht der Schulleitung heute nicht mehr funktionieren. Die Anforderungen an Leitung und Führung haben sich enorm gewandelt. Damit sind Transparenz und Kommunikation zu den zentralen Elementen des Führungshandelns in der Schule geworden – für alle im Ganztag beteiligten Professionen. 

 „Es ist an der Zeit, dass Leitungsstrukturen neu gedacht werden.“ 

Der Weg bis heute – und für morgen 

Der Weg zu dem heutigen Entwicklungsstand war immer auch geprägt von bestimmten Personen. Ein Sozialarbeiter trug das Konzept der Neuen Autorität nach einer Weiterbildung in die Schule und heute ist es eine tragende Säule der Schulentwicklung. 

Auf diesem Weg die Mitarbeitenden mitzunehmen und zu beteiligen, ist und bleibt eine stete Herausforderung: „Es ist ein immerwährender Prozess und wir haben auch noch nicht alle Kolleg*innen an Bord.“ Die Fortbildungsreihe zur Neuen Autorität wird daher bis heute kontinuierlich fortgeführt. 

„Es ist immer Weiterentwicklung möglich.“ 

Egal wie gut die Strukturen bereits sind, sie müssen verbessert und ausgebaut werden.

So wird in Zukunft die erweiterte Schulleitung um eine zusätzliche Lehrkraft, Erzieher*in und Sozialpädagog*in verstärkt. Ziel ist es, das Gemeinsamkeitsgefühl weiter zu stärken und alle Professionen aktiv zu beteiligen.  

 

Ein Blick auf die verschiedenen Teamstrukturen in der Wedding-Schule – Formate der Zusammenarbeit  

Multidisziplinäres Team 
Das aus Sicht der erweiterten Schulleitung „vielleicht wichtigste Team“ findet einmal wöchentlich zusammen. Vertreter*innen aus allen Professionen, die an der Schule tätig sind, kommen im multidisziplinären Team1 zusammen, um gemeinsam und vernetzt konkrete Einzelfälle zu besprechen: „Das gesamte pädagogische Personal, das an der Schule tätig ist, sitzt mit einer*m Vertreter*in am Tisch.“  Im Fokus steht dabei die Entwicklung von Ideen wie dem Kind geholfen werden kann – und dabei hilft der Blick aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.   So können im Team schnelle, konkrete Entscheidungen getroffen werden, um Hilfenetzwerke aufzubauen.   Dabei geht es immer auch um die Reflexion des aktuellen Stands bei älteren Fällen. 
Schulleitung im Team 
Die Schulleitungssitzung findet einmal pro Woche für anderthalb Stunden statt. Vertreten sind die Schulleitung, stellvertretende Schulleitung, koordinierende Fachkraft und stellvertretende*r koordinierende*r Erzieher*in. Die Schulleitungssitzung bietet dabei eine direkte Verbindung zwischen den beiden Bereichen des Ganztags.  Verlässliche Teamsitzungen   Verlässliche Teamsitzungen für die Lehrkräfte und Erzieher*innen auf Klassenstufenebene sowie Fachkonferenzen über Stufen hinweg sind zentraler Bestandteil der kollegialen Vernetzung innerhalb der Professionen. Die Sitzungen sind fest im Stundenplan eingeplant.  In Zeiten der Vorbereitung größerer Veranstaltungen wie z.B. Projektwochen wird angestrebt, dass jeweils ein*e Erzieher*in an den Lehrkräfte-Sitzungen teilnimmt – und umgekehrt, um einen optimalen und schnellen Austausch zu ermöglichen. 
Monatliche Austauschrunden 
Wie verhalte ich mich in herausfordernden Situationen? Wen kann ich um Rat fragen? Das sind zentrale Fragen, die im Rahmen der monatlichen Austauschrunden des Erzieherteams behandelt werden und vor allem der gegenseitigen Vernetzung dienen.  Um eine kollegiale Offenheit jenseits von Hierarchien zu ermöglichen, hat sich die koordinierende Fachkraft entschieden, nicht daran teilzunehmen.   Diese Austauschrunden werden als so wichtig erlebt, dass ab diesem Schuljahr analog dazu eine Runde für die Lehrkräfte eingerichtet wurde.

Informationen zur Wedding-Schule unter https://www.wedding-schule.de/